Wegstein Drei Annen

Zur Geschichte des Waldgasthauses

Der Name „Drei Annen“

Die Geschichte dieses Hauses geht auf das Jahr 1770 zurück. In jenem Jahr legte der Bergverwalter der Eisenhütte in Schierke, ein gewisser Herr Schmidt, an dieser Stelle ein Bergwerk auf Kupfer und Silber an. Der regierende Graf Christian Friedrich zu Stolberg-Wernigerode gab seine Genehmigung allerdings nur mit einer Bedingung: Wie auch alle anderen Gruben sollte diese einen ordentlichen Namen erhalten. Anfang jenen Jahres war dem Grafen sein erstes Kind, eine Tochter, geboren worden und auch seine einzige Schwester, Luise Ferdinande, erfreute sich weiblichen Nachwuchses. Beide Kinder wurden nach der gemeinsamen Großmutter „Anna” genannt. Und so waren die „Drei Annen” komplett. Ein Name der sich nun schon über 230 Jahre gehalten hat.

Jagdhaus und Gasthaus

Ganz anders erging es dem Bergwerk, denn das hielt sich nur etwas mehr als 30 Jahre. Dann entstand an dieser Stelle ein Jagdhaus, in dem die zu Bergwerkszeiten begonnene gastronomische Betreuung weitergeführt wurde.

Die Hagenstraße

Unter dem Grafen und späteren Fürsten Otto zu Stolberg-Wernigerode begann man in den Jahren 1871/72, eine Straße von Wernigerode nach Schierke zu bauen. Aus Anlass des 50jährigen Dienstjubiläums des Oberforstmeisters Friedrich von Hagen wurde diese Straße Hagenstraße genannt. Ursprünglich führte sie direkt am Gasthaus in einem Bogen vorbei, den man schlicht „Bratwurst-Kurve” nannte. Um den Bau und den Unterhalt der neu angelegten Straße in der Grafschaft zu finanzieren, wurden Wegegeld- bzw. Chausseegeldstellen eingerichtet, die auch über einen entsprechenden Schlagbaum verfügten. Für das Betreiben einer Gastwirtschaft konnte dieser „Zwangshalt” nur begrüßt werden. Um allen Bedürfnissen gerecht zu werden, ließ man 1872 das alte Jagdhaus abreißen und ein ganz neues Haus (das bis heute erhaltene Waldgasthaus) erbauen.
Dampfzug

Die Harzquerbahn

Der Verlauf der Hagenstraße war später eine wichtige Voraussetzung für den Verlauf der Schienen, als man 1899 die Harzquerbahn baute. Der nahe liegende Bahnhof bekam den Namen „Drei Annen-Hohne”, nach dem Gasthaus „Drei Annen” und dem unweit gelegenen Forsthaus „Hohne”, einem ehemaligen Viehhof, wo im Sommer die Kuhherden des Grafen und der Wernigeröder Bürger weideten.

Nante Ramme

Der prominenteste Gastwirt zur Zeit der Chausseegeldstelle war ein gewisser Nante Ramme, der durch seine unkonventionelle Art in die Heimatgeschichte eingegangen ist. Viele berichten noch heute die Geschichten, die sie hier erlebt oder erzählt bekommen haben. Er betrieb das Haus bis zu seinem Tod 1936. Seine Frau versuchte sich noch weitere zwei Jahre in der Weiterführung. Dann wurde das Haus von einem Herrn Schneider aus Derenburg übernommen, der es auch nach dem Krieg noch bis in die 50er Jahre weiterbetrieb.

DDR-Zeit

Ein Intermezzo durch die staatliche Handelsorganisation (HO) schloß sich an. Danach kam das Haus in Besitz des VEB Schwermaschinenbaukombinat „Ernst Thälmann” (SKET) Magdeburg. In der Folge wurde 1974 ein Bettenhaus gebaut, welches als Erholungsheim und Schulungsstätte diente. Das Gasthaus blieb immer für alle Wanderer und Erholungssuchenden geöffnet.

Nach der „Wende”

Nach einer umfangreichen Modernisierung erfolgte im Dezember 1990 die Eröffnung als Hotel „Drei Annen”. Seit 1995 ist das Waldgasthaus und Hotel „Drei Annen” wieder in privatem Besitz. Im Jahre 1997 wurde wiederum eine Etappe der Erweiterung und Modernisierung abgeschlossen. Seit Sommer 2004 steht für unsere Hotelgäste ein Schwimmbad (10m × 6m) zur Verfügung. Unsere Sauna sowie der neue physiotherapeutische Bereich mit Massagen und Bädern sowie Kosmetik und Fußpflege können auch von auswertigen Gästen genutzt werden.